weniger verbrauch geht auch!

Blickpunkt Energie-Sparen

Blickpunkt Energie-Sparen bietet Ihnen Aktuelles aus der Welt des Energiesparens und der Weniger-Verbrauch-Geht-auch-Initiative. Hier finden Sie Berichte über neue Geräte, neue Techniken und die Menschen dahinter, die Sie kommentieren und um Ihre Erfahrungen anreichern können. Außerdem informieren wir Sie hier über den Fortgang unserer Aktionen, Impressionen und Teilnehmer sowie Einsparrekorde in der Community.

Baranek | Do, 2010-02-25 15:07 | 0 Kommentare | Trackback URL Technik

GreenIT: digitale Wirtschaft will Energie sparen

Das papierlose Büro - vor einigen Jahren war diese Vorstellung eines der motivierenden Schlagworte, mit der die Digitalisierung der Arbeitswelt vorangetrieben wurde. Inzwischen wird in den meisten Büros zwar immer noch fleißig Papier bedruckt, ohne die allgegenwärtigen Rechner und die damit verbundene Netz- und Serverstruktur geht gleichwohl gar nichts mehr. Zwei Drittel der Arbeitnehmer arbeitet inzwischen an Computern. Womit zu Beginn der digitalen Revolution keiner so richtig gerechnet hat, ist außerdem die Verbreitung dieser Technik in Millionen von Privathaushalten. Maschinen, die digitale Prozesse verarbeiten und somit auch das begehrte Internet zugänglich machen, fanden sich bereits 2008 in drei Vierteln aller deutschen Haushalte.

Diese Entwicklung hat den Papierbedarf sicher gesenkt, führt aber auch zu einem steigenden Energieverbrauch. Die digitale Welt braucht eben Strom wie kaum eine andere. Zu unterscheiden ist bei der Analyse dieses Verbrauchs zwischen den Endgeräten einerseits (PCs und Monitoren) und andererseits der Infrastruktur (Server und Leitungssysteme), die die Kommunikation zwischen den Geräten erlaubt. Alle Anstrengungen, die Energieeffizienz dieser Technikbereiche zu optimieren, werden unter dem Stichwort "GreenIT" zusammengefasst.

Der heimische Rechner als Stromfresser

Ein Schwerpunkt von GreenIT ist die Optimierung der Energieeffizienz vor allem von Rechnern und Monitoren.

Bei den handelsüblichen PCs gibt es zwei Bauteile, die den Großteil der Energie verbrauchen: der Prozessor und die Grafikkarte. Mit der Entwicklung der Technik fahren die Prozessoren immer höhere Taktraten, was den Energiebedarf beständig steigen ließ. Waren es zu Beginn etwa 50 Watt, so wurden daraus schnell 100 Watt. Diese Entwicklung konnte inzwischen umgedreht werden. Die Verbrauchswerte sinken kontinuierlich. Durch eine dynamische Steuerung des Prozessortaktes ist viel erreicht worden. Ähnliches gilt für die Grafikkarten.

Bei den Monitoren wurde der Energiebedarf durch die Umstellung von Röhrentechnologie auf die LCD-Technik entscheidend verringert. Die Ergebnisse sind messbar. Stiegen die Verbrauchswerte eines normalen Rechners mit Monitor zeitweise auf über 200 Watt, sind es jetzt zumeist kaum hundert.

Der Verbraucher, der sich für einen energieeffizienten PC beim Kauf entscheiden möchte, gibt es ein Label, den in den USA entwickelten und auch in der EU anerkannten Energy-Star. Geräte mit diesem Label müssen sich an bestimmte Vorgaben beim Verbrauch halten. Unter anderem wechseln sie bei Nichtbenutzung automatisch in einen Strom sparenden Ruhemodus.


Die Serverfarmen

Im Internet kursieren viele Gerüchte über das Ausmaß des Energieverbrauchs des World Wide Web und seiner Netzknoten, Rechenzentren und Serverfarmen. Unternehmen wie zum Beispiel Google, die riesige Datenmengen und Milliarden täglicher Nutzerabfragen bewältigen müssen, sollen angeblich die Stromproduktion mehrerer Kraftwerke benötigen.

Solche Thesen kann man getrost in die Welt der urbanen Legenden einordnen. Tatsächlich sind die Zahlen wesentlich geringer, wenngleich sich Google dazu traditionell nicht äußert. Ein sehr gut informierter Insider hat dem Autor kürzlich verraten, dass Google sicherlich "zig-zehntausende" Server unterhält, aber diese kämen mit sehr wenig Strom aus. Außerdem könne sich selbst ein Unternehmen wie der Suchmaschinenriese den immer wieder angedichteten Verbrauch aus betriebswirtschaftlichen Gründen gar nicht leisten.

Für Deutschland lässt sich eine Zahl nennen, die der Branchenverband BITKOM für 2008 in einer Studie ermitteln ließ. Demnach verbrauchten bundesdeutsche Rechenzentren insgesamt 10,1 Terawattstunden. Das entspricht 1,8 Prozent des Gesamtstromverbrauchs. Dabei wird es allerdings in der Zukunft nicht bleiben. Experten gehen davon aus, dass die Kapazitäten jedes Jahr auf Grund der ungebrochen wachsenden Nutzung digitaler Kommunikationstechniken um 50 Prozent erhöht werden müssen.

Das Ziel von GreenIT ist es daher, mit konkreten Maßnahmen in den Rechenzentren deren Energieverbrauch zu drosseln. Hierbei gerät vor allem die Kühlung der ratternden Prozessoren ins Blickfeld, denn in diesem Bereich fällt der größte Stromverbrauch an. Ein weiteres Aktionsfeld ist die Optimierung der Serverkapazitäten in Bezug auf die tatsächlich abgerufene Leistung. Denn die Geräte sind auf Spitzenlasten ausgelegt, die aber nur selten benötigt werden. Hier kann eine spezielle Architektur und Programmierung Abhilfe schaffen. So optimiert können die normalerweise etwa zu 20 Prozent ausgelasteten Server ihre Leistung auf bis zu 80 Prozent steigern.


Fazit

GreenIT ist nicht nur ein leeres Schlagwort, sondern symbolisiert den Sinneswandel der IT-Branche, die wie kaum eine andere von einer günstigen und nachhaltigen Energieversorgung abhängig ist. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen wird versucht, den Energiebedarf trotz weiter steigender Kapazitäten nicht zu halten sondern sogar zu senken. Der einzelne Verbraucher kann diese Entwicklung durch die Anschaffung energieeffizienter Geräte unterstützen.